Tag drei im Experiment.

9:30 Heute ist die Milch leer geworden. Nun müssen wir wirklich die korrekte Milch in der Glasflasche herbeischaffen. Das schieben wir so vor uns her. Denn üblicher Weise sind wir Spontan-Käufer und vor allem auch Spontan-Esser. Mann, so einen Schweinehund muss man wirklich erstmal überwinden. Aber der Gedanke soviel Zeit für den Lebensmitteleinkauf zu verwenden passt gerade nicht unbedingt in unseren Tagesablauf. Die Anfangsmotivation ist ein bisschen abhanden gekommen. Ach und Butter ist ebenfalls leer, ein Überbleibsel aus der Zeit des Prä-Müllfastens, aber wieder einmal geht das schmierige goldig glänzende Fettpapier auf unser Müllkonto. Ich habe mal recherchiert was das eigentlich ist. Ähnlich wie beim TetraPak freut man sich zunächst über einen Papieranteil , aber dann… Also Buttereinwickler (so heißt der Lappen) sind Aluminiumfolien mit 100%igem Lichtschutz, kaschiert gegen nassfestes, fettdichtes Papier. So ist es Gesetz in Deutschland. Denn es gibt hier eine Verordnung über Butter und andere Milchstreichfette, die Butterverordnung, kurz ButterV. § 10 regelt die Verpackung von Butter der Handelsklassen. Der Aluminium-Verbund ist eine Möglichkeit. Eine andere ist lebensmittelechtes Spezialpapier. Die Spezialpapiere, also auch Wachs- und Fettpapier sind holzfreie Papiere, die dann ein- oder beidseitig beschichtet werden, und zwar mit Silikon. Na wunderbar, das hat ja am Ende mit Papier nicht mehr viel zu tun. Da der Gesetzgeber aber die Verpackung von Lebensmitteln sehr streng regelt, ist Butter nicht anders zu bekommen, außer natürlich direkt vom Hersteller, dem Bauern des Vertrauens.

Milch und Butter

Papier mit Plastikverkleidung geht trotzdem auf das Müllkonto.

13:00 Wie gesagt, ist die Motivation heute ganz schön im Keller. Wir essen auswärts, das ist zwar nicht 100% gut, aber in der Gastronomie werden einfach größere Menge umgeschlagen und deshalb sind die Verpackungseinheiten auch größer (so die Theorie). Außer Lebensmittel konsumieren wir nun nichts mehr. Vielleicht schlägt sich das auch auf die Laune nieder. Die Einschränkungen sind ja nun eigentlich nicht drastisch, aber das Allmachtsgefühl ist angekratzt.

19:30 Dafür läuft die Arbeit gut, ohne Ablenkung arbeiten wir mehr oder weniger konzentriert. Dementsprechend kaputt sind wir am Ende des Tages und belohnen unsere Müllabstinenz (des heutigen Nachmittags) mit einem Biergarten-Besuch. Bier ist auch wunderbar, aus der Glasflasche ins Glas und dann direkt in unsere Bäuche. Die Kronkorken werden wir natürlich als ewige Erinnerung behalten…

Biergarten

Genuss ohne Müll.

Aluminiumverpackung

Durchaus sinnvoll verpackt.

23:00 …diese Art Müll wäre zwar zu vermeiden gewesen, aber als Ergebnis des Experiments nicht geeignet. Deshalb nehme ich dieses Alu-Teil gerne mit auf das Müllkonto.