Als Teil der Absolventenschau AUSZUG der Universität der Künste Berlin wurde meine Abschlussarbeit aus dem Produktdesign zur internationalen Designmesse im Airport Berlin Tempelhof gezeigt.

Die Messe zieht mittlerweile alljährliche viele Tausend Besucher an. Dementsprechend großräumig war das Gelände auf dem ehemaligen Tempelhofer Flughafen. Mit vier Hangars war die Menge an ausgestellten Objekten unüberschaubar und wahrscheinlich für die meisten Besucher eine rechte “Überdosis” Design. Die Hochschulen haben alle im Hangar 4, im letzten Hangar ausgestellt. Der Stand der UdK Berlin, zu dem auch mein Projekt gehörte, war mit 11 Absolventen gut gefüllt. Der Andrang war rege, am Eröffnungsabend sowie während der Messe.

Viele Besucher interessieren sich mittlerweile für Projekte, die abseits des klassischen Designs ein problematisches Thema aufgreifen und Lösungsvorschläge anbieten. Obwohl dennoch der Großteil der “Passanten” im Vorübergehen beeindruckt werden will. Zwischen vielen Szenetrends und Dekorationsobjekten, empfand ich meine Müllbarren in einem wahren Spannungsfeld. So konnte ich die Ausstellung auch als interessanten Forschungsaufenthalt nutzen. Da mein Projekt vor allem auch kritisch reflektiert über Produktdesign und die Notwendigkeit von immer neuen Objekten, symbolisierten die Müllbarren inmitten dieser Objekte Denkmäler. Denkmäler der vielen vielen Objekte, die früher oder später in den Müll wandern.

Eine interessante Beobachtung konnte ich während der Messe ebenfalls machen: die Menschen haben keinerlei Berührungsängste gegenüber den Müllbarren. Sie wurden beherzt gegriffen, angepackt, umgedreht und unter die Lupe genommen. das hat mich sehr gefreut, denn der “eklige” Charakter des Mülls den ich dort verarbeitet habe, ist komplett der Ästhetik des Fremden gewichen. So konnte man mit intensivem Blick in den Barren auf Entdeckungsreise gehen – welche Fragmente unserer Zivilisation kann man erkennen und entdecken.

Einige Gespräche führte ich ebenfalls über die Sinnhaftigkeit, die Barren als Bausteine für neue Architekturen und Konstruktionen zu verwenden. Eine Funktion der Barren, die ich eher als sorgenvollen Blick in die Zukunft einbringe. Aber auch hier zeigt sich, dass vor allem praktische, vorstellbare Lösungen gewünscht werden. Im Gegensatz zur Einsicht, dass wir alle zu viel Müll produzieren, werden Bausteine aus Müll zur Herstellung von Häusern, am besten noch in der Dritten Welt, bevorzugt.

Obwohl die Messe in diesem Jahr viele Stände und Projekte beheimatete, die Nachhaltigkeit proklamieren und ökologische Produkte im Fokus standen, waren meine Müllbarren, in ihrer Mission als getarnte Kritik am aktuellen Produktdesign, ein sehr interessantes und nützliches Werkzeug für meine weiteren Forschungen.

DMY 2012:
Opening 06/06/2012, 20 h
Ausstellung 07/06 – 10/06/2012, 10 – 20 h