Tag eins unseres Selbstexperiments.

9:30 Obwohl wir sehr motiviert sind, merken wir schnell, dass wir uns nicht gut vorbereitet haben. “Ich geh’ jetzt ne Milch kaufen.” sagt Kristian und meint damit den üblich Gang zum Spätshop gegenüber, wo er dann eine H-Milch im TetraPak kauft. Als ich ihm dann sage, dass das ab heute verboten ist, verdunkelt sich sein Gesicht. Er meint dann, ich sei krass, denn dann würde es ja jetzt wohl keinen Kaffee für uns geben. Ich kann es mir nicht leisten meinen Teampartner schon in den ersten 15 Minuten zu demotivieren, deshalb beschließen wir die TetraPak Milch zu kaufen um uns bei einem schönen Milchkaffee einen besseren Plan zu machen. Aber der erste Verstoß gegen die Regeln ist schon begangen.

Der erste Regelverstoß

Der erste Regelverstoß gleich am Morgen.

11:45 Bei der Arbeit am Computer fällt kein Müll an. Ich habe aber eben einen Notizzettel mit einigen wichtigen Dingen vollgeschrieben. Diesen Zettel werde ich erstmal aufheben. Es ist zwar nur Papier, das bereits von einer Seite bedruckt ist, aber ich merke wie ich mich mehr auf das Vorhaben Müllfasten konzentrieren muss.

13:00 Zum Mittag wollte ich die Reste vom Abendbrot des Vortages essen. Als ich die Auflaufschale anschaue ärgere ich mich sehr. Denn ich habe sie gestern dummerweise mit Frischhaltefolie abgedeckt. Oh Mann. Das ist wieder ein grober Regelverstoß, zwar aus der Zeit vor dem Müllfasten, aber trotzdem landet die doofe Folie im Mülleimer und zwar heute. Man hätte die Schale leicht mit einem Teller oder ähnlichem abdecken können.

15:00 Eine wunderbare Feststellung haben wir gemacht, als wir in der Nachmittagshitze an einer Bäckerei vorbeifuhren. Dort gab es auch Eis. Eis ist ja geradezu perfekt für unsere Anforderungen. Man kann daran sogar die Verpackung aufessen. Wunderbar.

Eisessen hilft beim Müllfasten.

Eisessen ist eine gute Form um die Laune beim Müllfasten anzuheben.

17:00 Wir planen jetzt die nächsten Mahlzeiten besser. Kristian fährt zum Feinkostladen nach Kreuzberg um Schinken, Käse und Brot zu kaufen. Ich soll Getränke besorgen, denn es ist sehr heiß heute. Ich gehe extra in den Supermarkt der gehobenen Klasse um vielleicht Saft oder Limonade in Glasflaschen zu bekommen. Fehlanzeige. Hier ist alles aus PET. Mit einer Ausnahme: Bier. Also Alkohol könnte ich ohne Probleme bekommen. Auch die Auswahl ist toll, alles in Glasflaschen. Doch wir brauchen eher einen Durstlöscher. Notgedrungen kaufe ich also zwei 0,33 l Flaschen überteuerter Fritz-Kola. Immerhin Mehrweg. Außerdem sehe ich mich noch in der Gemüseabteilung um. Aber auch hier ist das Bild klar definiert von glänzenden Plastikfolien und -verpackungen. Sogar die Bio-Tomaten sind glanzvoll, mehrfach verpackt. Am Ende haben wir aber ein sehr leckeres Essen mit nicht wirklich groben Regelverstößen. Ok, Kristian hat noch ein Fischdose rausgeholt, die wir schon vor einigen Tagen gekauft hatten, aber die ganze Dose mit Inhalt wegzuschmeißen wäre ja noch dümmer.

Alles glanzvoll verpackt im Supermarkt.

Verpacktes Gemüse.

Biotomaten

Sogar die Bio-Tomaten.

ohne Verpackung

Unverpackte Tomaten.

Getränke

Alles aus Plastik.

Bier

Mehrweg-Glasflaschen: BIER.

Abendessen

So sieht das erste Müllfasten-Abendbrot aus.