Tag vier.

8:30 Heute trinken wir keinen Kaffee. Mal sehen wie sich das auf den Tag auswirken wird.

10:00 Auf dem Weg zur Arbeit kaufe ich eine Quarktasche am U-Bahnhof. Natürlich nehme ich sie gleich auf die Hand, denn das Bäckertütchen möchte ich gerne einsparen. So ganz unproblematisch ist das nicht. Die mit Puderzucker überzogene Quarktasche bestäubt mich beim Laufen von oben bis unten. Das ist mir sonst nie aufgefallen, denn sie staubt für gewöhnlich in die Papiertasche hinein. Nun gut, ein bisschen Puderzucker auf der schwarzen Hose ist leicht zu verkraften.

(c) Susanne Hausstein

Die nackte Quarktasche.

17:00 Nach der Arbeit beschließen Kristian und ich heute müllfrei zu kochen. Nachdem wir die letzten Tage entweder nichts gegessen haben, oder irgendwo hingegangen sind, wollen wir es heute wissen. Wir haben einen Plan. Doch im Supermarkt kommt schnell eine gewisse Sehnsucht auf und damit die schlechte Laune. Wir streifen hungrig durch die Gänge und wollen natürlich all die Dinge haben, die aufwendig in Plastik verpackt sind. Kristian verliebt sich in eine kleine Metalldose mit eingelegten Auberginen… So verbieten wir uns gegenseitig unsere kleinen Gelüste und sind mies drauf. Wir müssen eine halbe Ewigkeit diskutieren, bis wir unser Hackfleisch ohne Plastiktüten bekommen. Ebenso lange überzeugen wir den Mann an der Waage, dass wir unsere Kartoffeln ohne so einen Plastiksack abwiegen wollen. Man ist ganz eindeutig im Nachteil, wenn man Müll vermeiden will. Und man wird sehr langsam, denn wir müssen außerdem noch in einen anderen Supermarkt gehen, um nach Mischgemüse im Glas zu suchen. Aber als wir dann alles beisammen haben, inklusive einem Papierbeutel voll roter Knupperkirschen sind wir wieder milde gestimmt, denn wir haben etwas erreicht.

(c) Susanne Hausstein

Viel darf nicht in unseren Einkaufskorb.

(c) Susanne Hausstein

Drei Kartoffeln, ein Aufkleber, keine Tüte, das ist revolutionär.

(c) Susanne Hausstein

Das alles darf nicht in unseren Einkaufskorb.

(c) Susanne Hausstein

Und zum Schluss, Mischgemüse im Glas.

19:30 Heute genießen wir unser Abendessen in vollen Zügen. Wir fühlen uns ausgehungert und geschafft nach den Essensbeschaffungsstrapatzen. Dafür schmeckt es heute zehnmal so gut wie sonst. Wirklich, wir sind richtig glücklich. Zum Essen reichen wir selbstgemachten Eistee mit Zitrone.