♻ Dies ist das internationale Symbol für Materialien, die dem Recycling zugeführt werden können. Es besteht aus drei Pfeilen, die ein Möbiusband bilden. Das ist eine zweidimensionale Struktur, die nur eine Kante und eine Fläche hat. Es wurde im Jahr 1858 unabhängig voneinander von dem Göttinger Mathematiker und Physiker Johann Benedict Listing und dem Leipziger Mathematiker und Astronomen August Ferdinand Möbius beschrieben. Diese Struktur hat keine Orientierung. Würde man ein Möbiusband einfärben und damit an einer Oberseite beginnen, hätte man ohne abzusetzen das ganze Band mit einem Anstrich eingefärbt. Im Jahr 1970 fand der erste World Earth Day statt, der das Ergebnis steigernder Aufmerksamkeit für das Thema Umwelt war.

Gary Anderson und der ursprüngliche Entwurf für ein Recycling-Logo.
Als Antwort auf dieses neue Bewusstsein rief die in Chicago ansässige Firma “Container Corporation of America”, ein großer Recycling-Papier-Hersteller, einen Wettbewerb für Kunst- und Designstudenten aus, der von Gary Anderson, einem 23 jährigen Studenten gewonnen wurde. Der Student der University of Southern California gewann mit seinem Beitrag ♻. Anderson gewann durch den Wettbewerb US $ 2500 und nutzte dieses Geld um ein Auslandssemester in Schweden zu absolvieren.
Das Symbol für Recycling ist also gut 40 Jahre alt. Was Recycling genau bedeutet bleibt aber diffus. In Deutschland ist der Begriff nicht gesetzlich geregelt. Er wird verwendet für Wiederverwertung und Wiederverwendung, obwohl dies unterschiedliche Strategien sind. Innerhalb der Wiederverwertung unterscheidet der Gesetzgeber zwischen stofflicher und energetischer Verwertung. Im allgemeinen Verständnis von Recycling kommt die Definition von stofflicher Verwertung am nächsten: “… jedes Verwertungsverfahren, durch das Abfallmaterialien zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufbereitet werden. Es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein, aber nicht die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff oder zur Verfüllung bestimmt sind;“. Jeder Bürger Deutschlands ist aufgefordert seinen Müll bereits beim Wegwerfen zu sortieren.
Werkstoff-Recycling ist: mechanische Aufbereitung von gebrauchten Kunststoffen zu direkt wieder verarbeitungsfähigen Mahlgütern oder Rezyklaten. Die chemische Struktur bleibt dabei unverändert. Das Werkstoff-Recycling ist sinnvoll, wenn Altteile sauber und sortenrein erfasst werden können.
Rohstoff-Recycling ist: Spaltung von Polymerketten durch die Einwirkung von Wärme zu petrochemischen Grundstoffen, wie Öle und Gase, die zur Herstellung neuer Kunststoffe oder andere Zwecke eingesetzt werden können. Das Rohstoff-Recycling ist für vermischte und verschmutzte Kunststoff-Fraktionen geeignet.
Recycling hat einen sehr großen “feel-good” Aspekt in der breiten Bevölkerung. Der Müll, der in eine Gelbe Tonne wandert, oder von dem wir wissen, dass er recycled wird, gibt uns ein grünes Gefühl, das Gefühl, wir hätten der Umwelt eine Freude gemacht. Die Industrie hingegen akzeptiert Recycling eher als Alternative zu radikalen Veränderungen wie Verbote bestimmter Materialien oder Produktionsprozesse, Minimalstandards für Produktdauer oder höhere Standards für Ressourcenextraktion. Dies wäre ohne Zweifel eine viel größere Einschränkung für das Wachstum von Industrie und Handel, aber auch eine größere Hilfe für den Umweltschutz. Ohne Frage ist Recycling eine gute Sache. Es ist der Deponierung von Müll in jedem Fall vorzuziehen. Auch die energetische Verwertung ist vom Umweltaspekt her betrachtet sehr nachteilig für das Ökosystem und setzt mehr CO2 Emissionen frei als die Verbrennung von Kohle oder Erdgas. Tatsächliches Recycling, also die stoffliche Verwertung, die Materialien befähigt in Benutzung zu bleiben, reduziert die Nachfrage nach neuen Rohstoffen. Im idealsten Fall würde aus einer Plastikflasche immer wieder eine Plastikflasche werden. Dem ist aber nicht so. Aufgrund der hohen Qualitätsverluste und Hygienestandards durchlaufen die meisten Produkte ein Downcycling. Der Status Müll wird also nur verzögert, indem das Primärprodukt von einer Plastikflasche über Toilettenpapier (Sekundärprodukt) zu Restmüll wird. Downcycling heizt dementsprechend die Nachfrage nach Primärprodukten weiter an und hat kaum einen Einfluss auf den Rohstoffverbrauch für das Primärprodukt.
Der Deutsche bezeichnet sich selbst als Weltmeister im Sammeln und Sortieren von Müll. Soviel Recycling wie in Deutschland ist kaum sonst zu finden. Moment mal, es sind ja immer noch Abfälle, die da recycled werden. Es ist nicht sonderlich rühmlich hohe Recyclingwerte zu haben. Denn letztendlich bedeutet das ein hohes Müllaufkommen. Das ist also eine irreführende Botschaft, die dort in den Köpfen der Bundesbürger herumgeistert. Viele Menschen kaufen Plastikverpackungen, denn sie tragen ja den Grünen Punkt, und der bedeutet “gut für die Umwelt”. Jedoch ist Platz 1 in der Abfallhierarchie immer noch VERMEIDUNG. Recycling ist die letzte Option für unseren Abfall. Es sollte nicht als Rechtfertigung für die Erzeugung von mehr Müll dienen.
Auf der Webseite www.trenntstadt-berlin.de finden sich anschauliche Grafiken über Recycling der verschiedenen Sorten im Werststoffmüll. Es ist deutlich zu erkennen, dass keiner der Kreisläufe geschlossen ist, oder mit dem selben Produkt endet mit dem er begonnen hat, sehen sie selbst:
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Papierrecycling
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Recycling von Mischkunststoffen
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Aluminiumrecycling
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Recycling von Getränkekartons
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Werkstoffliches Recycling
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Gary Anderson und der ursprüngliche Entwurf für ein Recycling-Logo.